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Shanghai-Ranking 2018 Acht Schweizer Unis unter Top 500

Im Shanghai-Ranking für das Jahr 2018 sind acht Schweizer Hochschulen unter den 500 besten der Welt aufgeführt. Wie schon im Vorjahr rangieren fünf Schweizer Universitäten unter den Top 100: die ETH Zürich auf Platz 19, die Universitäten Zürich (54) und Genf (59), die ETH Lausanne (81) sowie die Universität Basel (96). Die beiden Universitäten Bern und Lausanne sind auf den Plätzen zwischen 101 und 150 klassiert; die Universität Freiburg zwischen den Rängen 301 und 400. 

Open Access Schweiz weltweite Spitzenreiterin

Gemäss einer Studie der Europäischen Kommission ist die Schweiz in Sachen Open Access (OA) weltweit führend. 39% der Forschungsarbeiten aus den Jahren 2009 bis 2016 wurden frei zugänglich publiziert. Weltweit betrug der durchschnittliche Anteil OA-Publikationen knapp 30%. Das Ziel der nationalen OA-Strategie in der Schweiz ist es, bis im Jahr 2024 sämtliche öffentlich finanzierten Publikationen frei zugänglich zu machen; der Schweizerische Nationalfonds hat das Ziel, schon im Jahr 2020 100% der von ihm geförderten Publikationen OA zugänglich zu machen.

ERC Starting Grants 19 von 403 Förderungen in die Schweiz

Der Europäische Forschungsrat (ERC) vergab im Jahr 2018 insgesamt 403 Starting Grants an herausragende junge Forschende. Davon gehen 19 Förderungen an Forschende in der Schweiz. Die ETH Zürich erhält vier Starting Grants. Je drei gehen an die ETH Lausanne sowie an die Universitäten Zürich und Freiburg. Zwei Förderungen gehen an die Universität Lausanne; je eine an die Universitäten Lugano und Basel, an das Cern sowie an die Fondazione per l'Istituto di Ricerca in Biomedicina. Damit belegt die Schweiz Platz sechs – hinter Deutschland (76 Grants), Grossbritannien (67), den Niederlanden (46), Frankreich (37) und Israel (22). 

Standpunkt

Qualität statt Quantität

Dr. Markus Zürcher
Generalsekretär der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Im Wettbewerb um Spitzenplätze im internationalen Forschungsranking dient der Impactfaktor von Publikationen als Standardwährung. Im Februar 2018 publizierte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation einen Bericht, der zeigt, dass die Schweizer Publikationen in den Jahren 2011-2015 weltweit den dritthöchsten «Impact» erzielten. Was eine objektive Messung spiegelt, ist eine Konstruktion, welche die verschiedenen Wissenschaftsbereiche benachteiligt oder bevorteilt: Beachtet werden nur internationale Zeitschriften mit Referenzsprache Englisch.

Schwerer als der Bias wiegen die vom Impact Faktor ausgehenden Fehlanreize und negativen Folgen: So konstatieren wir ein kostenträchtiges exponentielles, überdies sinnloses Wachstum der Anzahl Publikationen, da mehr als 50% der Artikel nie zitiert werden. Auch nicht im Interesse des Erkenntnisgewinns ist, dass Ergebnisse segmentiert veröffentlicht werden, um den Impact Faktor zu erhöhen. Da alle in Zeitschriften mit hohem Impact Faktor publizieren wollen, verzögert sich die Veröffentlichung wichtiger Erkenntnisse. Relevante Ergebnisse in weniger renommierten Zeitschriften werden hingegen weniger beachtet. Nicht die Qualität des Artikels, sondern der Impact Faktor der Zeitschrift gilt.

Es ist an der Zeit, dass im universitären Feld Ergebnisse wieder debattiert und nicht gezählt werden, denn gerade auch für den Wissenschaftsbereich gilt das Gersham Law: «Work that produces measurable outcomes tends to drive out work that produces unmeasurable outcomes». Verdrängt wird im Wissenschaftssystem gegenwärtig das Lesen von Artikeln sowie deren kritische Prüfung und Diskussion.