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Fachhochschulen Bundesrat verlängert PiBS

Der Bundesrat verlängerte den seit 2014 laufenden Pilotversuch für praxisintegrierte Bachelorstudiengänge (PiBS) an Fachhochschulen. Insbesondere Studierende mit gymnasialer Maturität ohne Berufserfahrung können im Rahmen des PiBS direkt in einen FH-Bachelor einsteigen. Der PiBS soll die Praxisorientierung der Studierenden stärken und den Fachkräftemangel im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mindern. Die Verlängerung reicht bis und mit Startjahrgang 2025.

SWEET Programm für Energieforschung bis 2032

Der Bundesrat überwies die Botschaft für das neue Energieforschungsprogramm «Swiss Energy Research for the Energy Transition» (SWEET) an das Parlament. In diesem Rahmen sollen in den Jahren 2021 bis 2032 anwendungsorientierte Forschungsprojekte zu zentralen Themen der Energiestrategie 2050 gefördert werden. Insgesamt beantragt der Bundesrat für SWEET 148,3 Millionen Franken. SWEET sichert die Nachfolge der «Swiss Competence Centers in Energy Research» (SCCER), die in den Jahren 2013-2020 im Rahmen der BFI-Botschaft gefördert wurden.

BFI-Botschaft 2021-2024 Investitionen von rund 28 Milliarden Franken

Der Bundesrat beantragt dem Parlament mit der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) in den Jahren 2021-2024 rund 28 Milliarden Franken. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Finanzmittel soll nominal 2,2% betragen. Weil die Kosten für eine Schweizer Beteiligung an den EU-Programmen für Forschung und Innovation noch nicht bekannt sind, enthält die BFI-Botschaft eine Kreditsperre. So kann der Bundesrat den Zuwachs in der BFI-Botschaft auf 1,7% begrenzen, falls das geplante Mittelwachstum zusammen mit den Ausgaben für eine Beteiligung an den EU-Programmen 3% übersteigen sollte. Andernfalls könnte er die Kreditsperre aufheben.

Standpunkt

Internationale Vernetzung stärkt Wirtschaft und Forschung

Petra Studer
Koordinatorin Netzwerk FUTURE

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Schweizer Hochschulen und Forschungseinrichtungen von der Beteiligung an den Europäischen Forschungsrahmenprogrammen (FRP) profitieren. Viele Berichterstattungen fokussierten sich jedoch stark auf die finanziellen Effekte, indem der Rückfluss von Projektunterstützungen an Forschende in unserem Land mit dem Schweizer Beitrag an die EU für die Programmbeteiligung aufgerechnet wurde. Auch wenn ein positiver Rückfluss zweifelsohne sehr erfreulich war: Die qualitativen Aspekte und deren Einfluss auf den Wissensplatz und Wirtschaftsstandort Schweiz sind noch viel bedeutsamer.

Genau diese qualitativen Aspekte werden in der vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) jüngst veröffentlichten Studie nun ins Zentrum gerückt. Eine Befragung von 878 FRP-Teilnehmenden zeigt auf, dass die europäische Forschungszusammenarbeit für die Schweiz eine Erfolgsgeschichte ist, die zu neuen Patenten, Produkten, Firmengründungen und Arbeitsplätzen führte. 

Die Bedeutung der FRP-Förderungen für die hiesigen Hochschulen bleibt offensichtlich. Die Umfrage zeigt jedoch, dass nahezu die Hälfte aller europäischen Forschungsprojekte mit Schweizer Beteiligung aus Kooperationen von Hochschulen und Privatunternehmen bestanden, wobei in 62% der Fälle KMU beteiligt waren. Mit jedem gewonnenen Projekt konnten im Schnitt drei neue Stellen (davon eine Stelle unbefristet) geschaffen werden; und aus jedem zehnten Projekt ging ein neues Spin-off oder ein Start-up hervor. Die FRP sind somit auch für die Forschung und Innovation der Schweizer Unternehmen, welche nicht in den Genuss von Fördermitteln des Bundes kommen, eine wichtige Förderquelle und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.

Der Bericht des SBFI unterstreicht im Weiteren die Komplementarität der Europäischen Forschungsprogramme und des Schweizerischen Nationalfonds (SNF): Die beiden Förderquellen funktionieren ergänzend und können sich gegenseitig nicht ersetzen. Bei den FRP werden die Projekte der Akteure aus Forschung und Innovation in einem sehr kompetitiven internationalen Umfeld bewertet; grenzüberschreitende Kooperationen zwischen den Besten eines Fachs sind der Schlüssel zum Erfolg. Diese internationalen Netzwerke sind äusserst wertvoll und bleiben oft über das Projektende hinaus bestehen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsplatzes Schweiz wird somit auch laufend gestärkt.

Eine Assoziierung der Schweiz an das 9. EU-Forschungsrahmenprogramm («Horizon Europe») in den Jahren 2021 bis 2027 hat nicht nur für unsere Hochschulen und Institutionen der Forschungs- und Innovationsförderung oberste Priorität. Auch der Wirtschaftsplatz Schweiz kann auf diese internationale Vernetzung nicht verzichten.