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Wissenschaftliche Integrität Kodex der BFI-Organisationen

Die Organisationen des Bereichs Bildung, Forschung und Innovation erarbeiteten einen gemeinsamen Kodex zur wissenschaftlichen Integrität. Damit setzen sich swissuniversities, der Schweizerische Nationalfonds, die Akademien der Wissenschaften Schweiz und die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse dafür ein, dass in der Wissenschaftsgemeinschaft Integrität gelebt und Fehlverhalten vermieden wird. Der Kodex definiert für alle Akteure und Institutionen des schweizerischen Hochschulsystems gemeinsame Standards und empfiehlt Strukturen im Umgang mit allfälligen Verstössen.

Empa Direktor Gian-Luca Bona bestätigt

Der Bundesrat bestätigte Gian-Luca Bona in seinem Amt als Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Der Physiker leitet die Empa seit dem Jahr 2009 und tritt im September 2021 seine vierte Amtszeit bis zum Erreichen des Pensionsalters im Mai 2022 an. Die Forschungsanstalt des ETH-Bereichs ist ein international führendes Institut für Materialforschung und innovative Technologien und beschäftigt über 1000 Mitarbeitende.

Coronavirus NFP 80 «Covid-19 in der Gesellschaft»

Der Bundesrat beauftragte den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit der Durchführung des Nationalen Forschungsprogramms zu «Covid-19 in der Gesellschaft» (NFP 80). Das neue NFP soll die Einflüsse der Covid-19-Pandemie auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aus der sozial- und geisteswissenschaftlichen Perspektive beleuchten. Das NFP 80 ergänzt das im Jahr 2020 gestartete NFP 78 «Covid-19», bei welchem biomedizinische und klinische Fragestellungen untersucht werden. Es verfügt über einen Finanzrahmen von 14 Millionen Franken aus bestehenden Mitteln und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Der SNF wird die Ausschreibung im Frühherbst publizieren.

Standpunkt

Zusammenarbeit mit der EU sichern

Michael Hengartner
Präsident ETH-Rat

Die Europäische Union ist die wichtigste Partnerin der Schweiz für Bildung, Forschung und Innovation. Ein Ende dieser erfolgreichen Zusammenarbeit wäre ein grosser Verlust für unser Land. Ein Ausschluss von den EU-Forschungsrahmenprogrammen (FRP) könnte nicht gleichwertig ersetzt werden – weder durch nationale Programme noch durch eine engere Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten. Die BFI-Akteure haben sich deshalb klar dafür ausgesprochen, dass die Schweiz auch am nächsten FRP «Horizon Europe» teilnimmt. Ein Abseitsstehen der Schweiz von Europa hätte mittel- und langfristig grosse negative Auswirkungen auf die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.

Die Forschungsrahmenprogramme der EU sind für den ETH-Bereich extrem wertvoll. Sie erweitern unsere internationalen Netzwerke und stärken die Attraktivität und Reputation unserer Institutionen sowie der Schweiz als Forschungs- und Innovationsleader. Forschung ist schon lange nicht mehr auf Landesgrenzen beschränkt. Das hat die Corona-Pandemie exemplarisch gezeigt. Es braucht Zusammenarbeit und Austausch über die Landesgrenzen hinweg, aber auch den entsprechenden Wettbewerb. Dieser gibt unserem Land die Möglichkeit, sich mit den besten Forschenden zu messen. Könnten sich Forschende in der Schweiz nicht mehr um Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) bewerben (so etwas wie die Goldmedaillen der europäischen Forschung), hätten wir einen deutlichen Standortnachteil. Und die besten Forschenden aus dem Ausland würden sich bestimmt nicht mehr für eine Stelle in der Schweiz bewerben. Oder würden Sie als Tennis-Profi nur noch in Gstaad und Basel Tennis spielen anstatt in Wimbledon und Paris?

Der ETH-Rat und die Institutionen des ETH-Bereichs sind beunruhigt: Wir wissen noch immer nicht, ob und wie die Schweiz an Horizon Europe teilnehmen kann. Bildung, Forschung und Innovation riskieren zum Kollateralschaden in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU zu werden. Was, ironischerweise, beide Seite schwächen würde – denn auch die EU profitiert von dieser Zusammenarbeit. Als pragmatischer Optimist hoffe ich daher bis zuletzt auf einen guten Ausgang der Verhandlungen und danke allen für ihren Einsatz dafür.